Wirkung von Antidepressiva

Immer mehr Menschen leiden an verschiedenen Formen einer Depression. Zu unterscheiden sind saisonal auftretende sowie leichtere bis mittelschwere Depressionen von schweren Depressionen. Letztere sind schwerer zu behandeln. Sie erfordern eine mehrgleisige Behandlungsstrategie mit Antidepressiva. Bei leichten und mittelschweren Depressionen kann man auch zu einer Alternative zu Antidepressiva greifen. Die Alternativen und Ergänzungen zum herkömmlichen Antidepressivum erwähne ich hier.

Was sind Antidepressiva ?

Antidepressiva sind verschreibungspflichtige Psychopharmaka. Sie beinhalten unterschiedliche Wirkstoffe. Antidepressiva können je nach Inhaltsstoffen beruhigend, stimmungsaufhellend, antriebssteigernd oder -dämpfend sowie angstlösend wirken. Da die enthaltenen Wirkstoffe in den Gehirnstoffwechsel eingreifen, entfaltet sich ihre Wirkung oft erst nach mehreren Tagen oder Wochen.

Rezeptur und Wirkweise aller Antidepressiva bringen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit sich. Daher ist die Einnahme solcher Medikamente genau nach Vorschrift zu gestalten. Kein Antidepressivum darf eigenmächtig abgesetzt werden. Es wird über mehrere Wochen ausgeschlichen.

Welche antidepressiv wirkenden Medikamente werden unterschieden?

Allen Antidepressiva ist gemeinsam, dass sie Botenstoffe im Gehirnstoffwechsel beeinflussen. Manchmal sorgen sie für deren vermehrte Ausschüttung. Alternativ hemmen solche Medikamente den Abbau von Botenstoffen. Einige Vertreter verhindern, dass Botenstoffe schnell wieder aufgenommen werden. Je nach Ausmaß der Botenstoff-Beeinflussung treten Wirkungen und Nebenwirkungen in stärkerem oder schwächerem Maße auf.

Ältere Antidepressiva beeinflussen mehrere Botenstoff-Systeme. Sie wirken mit breitem Spektrum, sind aber oft nicht gut verträglich. Neuere Psychopharmaka wirken wesentlich gezielter. Sie entfalten geringere Nebenwirkungen. Zu unterscheiden sind:

  • Trizyklika wie Amitryptilin, Doxepin oder Clomipramin
  • Tetrazyklika wie Mirtazapin, Maprotilin oder Mianserin
  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) wie Fluoxetin, Citalopram oder Sertralin
  • Monoamino-Oxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) wie Moclobemid
  • Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NARI) wie Reboxetin
  • Selektive Serotonin-/Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI) wie Venlaxafin und Duloxetin
  • Phasenprophylaktika wie Lithium, Carbamazepin oder Valproinsäure
  • und pflanzliche Psychopharmaka wie Johanniskraut.

Die Wirkungsweise von Antidepressiva

Die meisten der moderneren Antidepressiva sind Wiederaufnahme-Hemmer. Sie verhindern, dass die beeinflussten Botenstoffe nach Erfüllung ihrer Aufgabe an ihren Ausgangsort zurückgeschickt werden. Sie bleiben somit länger im Gehirn aktiv und beeinflussen die Stimmungslage. Statt des Botenstoffes dockt der Inhaltsstoff des Medikaments an die Ursprungs-Zellen an.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) wirken stimulierend, angstlösend und stimmungsaufhellend, nicht aber beruhigend oder dämpfend. Selektive Serotonin-/Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI) beeinflussen die Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin. Trizyklika wirken bei schweren Depressionen aktivierend und stimmungsaufhellend. Tetrazyklika sind schwächer in der Wirkung. Daher haben sie auch weniger Nebenwirkungen. Sie beruhigen und stimulieren.

MAO-Hemmer wirken bei schweren Depressionen stimmungsaufhellend, stark antriebssteigernd und angstdämpfend. Sie hindern ein Enzym namens Monoaminooxidase daran, Amine und Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin, Adrenalin und Noradrenalin abzubauen. Zu unterscheiden ist bei dieser Medikamentengruppe, ob das Enzym dauerhaft oder vorübergehend an seiner Aufgabe gehindert wird. Manche MAO-Hemmer beeinflussen beide Unterformen der Monoaminooxidase, andere aber entweder MAO-A oder MAO-B. Phasenprophylaktika werden nur bei wiederkehrenden depressiven Episoden eingesetzt.

Leichte bis mittelschwere bzw. saisonal auftretende Depressionen können mit alternativen Antidepressiva behandelt werden. Einige stelle ich hier vor.

Autor: moon

Letzte Aktualisierung: 27.08.2020